Knollengemüse darf in der kalten Jahreszeit in keinem Einkaufskorb fehlen. Es stammt in Herbst und Winter nicht nur aus regionalen Anbaugebieten, unter seiner erdigen Schale verstecken sich neben köstlichen Aromen auch jede Menge Mineralstoffe. Aber welches Gemüse zählt eigentlich zum Knollengemüse?

Wurzel- und Knollengemüse: Diese schmackhaften Pflanzen wachsen unter der Erde

Gemüsesorten, die unter der Erdoberfläche eine essbare Knolle (Rhizom) ausbilden, werden als Knollengemüse bezeichnet. Die Knolle dient der Pflanze als Nährstoffspeicher und ist unter der Erde vor eisigen Temperaturen gut geschützt. Das hilft dem Gemüse dabei, Frost, Eis und Schnee zu überstehen. Deswegen zählt Knollengemüse zu den klassischen Beilagen in Herbst und Winter.

Zum Wurzel- und Knollengemüse zählen eine Reihe von Sorten, die in vielen Haushalten regelmäßig auf den Tellern landen, aber auch viele außergewöhnliche Vertreter. Gut geeignet für den Kochtopf sind:
• Steckrübe (wird auch als Kohlrübe bezeichnet)
• Kohlrabi
• Rettich
• Pastinake (wird auch als Hammelmöhre bezeichnet)
• Topinambur (wird auch als Erdapfel oder Erdbirne bezeichnet)
• Süßkartoffel
• Knollensellerie
• Teltower Rübchen
• Schwarzwurzel (wird auch als Winterspargel bezeichnet)
• Rote Bete (daneben gibt es auch gelbe und weiße Bete)
• Meerrettich
• Kartoffel
• Radieschen

Erdige Schale, gesunder Kern: So viel Power steckt in der Knollen

Mit Gemüse können gesundheitsbewusste Esser nichts falsch machen. Auch Knollengemüse versorgt den Körper mit einer ganzen Flut von Nährstoffen. Wie konzentriert Vitamine, Mineralstoffe und Co. sind, hängt von der einzelnen Sorte ab. So versorgt Kohlrabi den Organismus mit jeder Menge Kalium, Calcium und Magnesium. Darüber hinaus liefert er B-Vitamine, Folsäure und Vitamin C. Die Schwarzwurzel ist hingegen ein Kalzium-, Kalzium und Eisenlieferant und besonders reich an dem Ballaststoff Inulin. Dieser stärkt vor allem die Knochen.

Trotz der Unterschiede bei der Nährstoffkonzentration, eines haben alle Wurzel- und Knollengemüsesorten gemein: Sie sind kalorienarm, reich an Ballaststoffen, wirken sich basisch auf den pH-Wert des Körpers aus - und lassen sich dank ihrer intensiven Aromen ganz vielseitig zubereiten.

Tipps für die Küche: Wurzel- und Knollengemüse herzhaft zubereiten

Viele der Gemüsesorten aus der Knollenfamilie eignen sich hervorragend für deftige Eintöpfe und Suppen. Die Speisen schmecken nicht nur köstlich, wenn es draußen stürmt oder schneit, sie sättigen auch hervorragend. Das liegt an dem großen Anteil an Kohlenhydraten, der in den meisten dieser Gemüsesorten steckt. Die Klaviatur an deftigen Zubereitungsmöglichkeiten reicht vom Pastinakeneintopf über Topinambursuppe bis hin zum Ofengemüse mit Süßkartoffeln.

Die Vertreter des Wurzelgemüses, darunter Möhren, Radieschen, Rettich, Kohlrabi und Sellerie, sind auch roh eine Delikatesse und bereichern jeden Salat - insbesondere, wenn sie noch jung und frisch sind. Der Vorteil: Die Vitamine werden durch Licht und Hitze nicht zerstört und können so ihre volle Wirkung entfalten. Beim Erhitzen von Wurzelgemüse ist es wegen der empfindlichen Nährstoffe wichtig, auf niedrige Temperaturen zu achten. Dünsten beispielsweise schont das Gemüse, ebenso wie das Garen in Wasserdampf.

Kleine Kartoffelkunde

Im Herbst und Winter darf natürlich auch die klassische Kartoffelsuppe nicht fehlen. Ob mit Wiener Würstchen, Lachs oder Lauch - Kartoffeln passen zu fast allem. Bei der Zubereitung des Knollengemüses ist es allerdings wichtig, die richtige Sorte zu erwischen. Andernfalls zerfallen Bratkartoffeln während des Brutzelns in der Pfanne oder das Kartoffelgratin schmeckt mehlig. Hier unterscheidet man zwischen den Sorten:
• vorwiegend festkochenden Kartoffeln
• festkochenden Kartoffeln
• mehlig kochenden Kartoffeln

Während sich für herzhafte Eintöpfe eher vorwiegend festkochende Speisekartoffeln wie die Sorten Glorietta, Gala oder auch Hela eignen, geben Suppen mehlig kochende Kartoffeln den besten Geschmack. Zu diesen Kartoffelsorten zählen die Sorten Adretta, Augusta und Fontane. Natürlich gilt hier: Geschmäcker sind verschieden. Also, einfach ausprobieren und genießen.

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